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KLIMA-kids - Klimaresiliente Lern- und Innovationsorientierte Maßnahmen für Aufwachsende

Geförderte Projektlaufzeit
01.03.2026 bis 28.02.2029
Externe Kooperationspartner
Fachdienst Kinder- und Jugendhilfe, Landkreis Gießen
Gesundheitsamt Landkreis Gießen
Förderinstitution
GKV-Bündnis für Gesundheit in Hessen
Programm / Förderlinie
Förderung von Projekten in Lebenswelten (Lebenswelten)
Förderkennzeichen
GKV-B-2026-P1

Kurzbeschreibung

Das Projekt KLIMA-kids – Klimaresiliente Lern- und Innovationsorientierte Maßnahmen für Aufwachsende verfolgt das Ziel, Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren (primäre Zielgruppe des Projektes) als besonders vulnerable Gruppe frühzeitig dabei zu unterstützen, klimabedingte Gesundheitsbelastungen sicher zu bewältigen und gesundheitsförderliche Routinen im Alltag zu entwickeln. Durch die qualifizierende und edukativ-partizipative Begleitung der pädagogischen Teams sowie die systematische Weiterentwicklung konzeptionelle Abläufe und Handlungsroutinen werden klima- und gesundheitsförderliche Strukturen dauerhaft im Setting Kita verankert. Der gesamte Projektprozess folgt den Phasen des gesundheitsförderlichen Prozessmodells und verbindet verhaltens- und verhältnispräventive Ansätze mit partizipativen Verfahren, die Kinder und ihre Familien aktiv einbeziehen.

Zu Beginn des Projekts erfolgt eine Bedarfserhebung in ausgewählten Pilotkitas, die sowohl die Bedingungen des pädagogischen Alltags als auch die Perspektiven der Kinder systematisch erfasst. Neben Teaminterviews, Beobachtungen und der Analyse bestehender Routinen werden altersgerechte und spielerische Beteiligungsformate eingesetzt, um kindliche Wahrnehmungen von Hitze, Belastungen und Wohlbefinden sichtbar zu machen. Diese partizipative Erhebung bildet die Grundlage für die spätere Zielentwicklung und sorgt dafür, dass die Maßnahmen konsequent an den Bedarfen der primären Zielgruppe ansetzen.

Auf Basis dieser Bedarfsanalyse werden gemeinsam mit den pädagogischen Teams einrichtungsbezogene Ziele entwickelt, die auf die Förderung kindgerechter Gesundheits- und Klimakompetenzen sowie auf die Stabilisierung hitzesensibler Alltagsstrukturen abzielen. Dabei werden sowohl pädagogische Routinen, etwa Trinkrituale, Bewegungs- und Ruhekonzepte oder Orientierung bietende Tagesstrukturen, als auch organisatorische Abläufe betrachtet, die für die Bewältigung klimabedingter Belastungen relevant sind. Die Zielentwicklung erfolgt in enger Abstimmung mit den Teams des Gesundheitsamts und des Fachdienstes Kinder- und Jugendhilfe des Landkreises Gießen, um pädagogische Anschlussfähigkeit und kommunale Einbettung von Beginn an mitzudenken und sicherzustellen.

In der anschließenden Planungsphase werden die Ziele in konkrete Maßnahmen überführt. In moderierten Teamprozessen entwickeln die Kitas gemeinsam mit dem Projektteam pädagogische Module, kindgerechte Beteiligungsangebote und passgenaue Abläufe, die den Alltag der Kinder unmittelbar unterstützen. Die Maßnahmenentwicklung knüpft dabei an bestehende Ressourcen der Einrichtungen an und setzt auf Capacity Building: Die Fachkräfte werden befähigt, eigenes Handlungswissen aufzubauen, bestehende Routinen weiterzuentwickeln und klimaresiliente Strukturen langfristig selbstständig zu gestalten. Bereits in dieser Phase werden Kinder aktiv einbezogen und erproben erste Elemente wie Wahrnehmungsübungen, kleine Forschungseinheiten oder alltagsintegrierte Spielimpulse zum Thema Hitze und Wohlbefinden.

Die Umsetzung der geplanten Maßnahmen erfolgt direkt im Alltag der Pilotkitas. Die Einrichtungen erproben und reflektieren die entwickelten Abläufe und pädagogischen Module gemeinsam mit den Kindern, sodass deren Perspektiven kontinuierlich in die Adaptation einfließen. Parallel dazu erhalten die Teams fachliche Begleitung, die ihnen hilft, Erfahrungen einzuordnen, Routinen anzupassen und wirksame Strukturen zu stabilisieren. Damit wird ein fortlaufender Lern- und Entwicklungsprozess angeregt, der Kinder und deren Eltern/Erziehungsberechtigte aktiv beteiligt und gleichzeitig die Handlungssicherheit der Fachkräfte stärkt. Eine Besonderheit des Projekts ist, dass bereits während der Qualifizierungs- und Entwicklungsphase erste Kinder-Maßnahmen implementiert werden, sodass der Transfer in den Kita-Alltag von Beginn an verankert ist.

Die Evaluation erfolgt prozessbegleitend und nutzt kindgerechte Beobachtungs- und Rückmeldeformate, Teamreflexionen sowie kurze standardisierte Erhebungen, um die Wirksamkeit und Praxistauglichkeit der entwickelten Maßnahmen zu prüfen. Sie macht sichtbar, wie sich die kindbezogenen Routinen entwickeln, in welchem Umfang Kinder sich beteiligen und welche Veränderungen im Verhalten, Wohlbefinden und in der Alltagsgestaltung beobachtbar sind. Die Ergebnisse fließen unmittelbar in die Weiterentwicklung der Module und die Ausgestaltung der Transfermaterialien ein und dienen darüber hinaus der Qualitätssicherung und Steuerung des Projekts.

Nach der Pilotierungsphase des Projektes werden die in den Pilotkitas erarbeiteten Konzepte, Routinen und Materialien systematisch dokumentiert, modular aufbereitet und in die Qualitätsentwicklungsprozesse der Einrichtungen eingebunden. Gemeinsam mit dem Gesundheitsamt und dem Fachdienst Kinder- und Jugendhilfe werden übertragbare Elemente identifiziert, die eine Ausweitung des Projekts auf weitere Kitas im Landkreis und der Stadt Gießen ermöglichen. Dadurch wird sichergestellt, dass die im Projekt gewonnenen Erkenntnisse über die Projektlaufzeit hinaus wirken, die Fachkräfte langfristig befähigt sind und klimaresiliente Strukturen nachhaltig im Kita-System im Landkreis verankert werden.

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